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Inland-Taipan, welcher
allerdings nur in Zentralaustralien beheimatet ist.
Dicht gefolgt auf Platz 2 von der Eastern
Brown Snake, die auf der Liste der gefährlichsten
Arten den zweiten Platz einnimmt und von der das Gift
zwölf Mal gefährlicher ist, als das der
bekannten Kobra. Die King Brown Snake
(Mulga Schlange) gehört ebenso auf die Liste
der tödlichsten Schlangen.
Doch auch den vom Aussterben bedrohte Cassowary,
der mit seinen messerscharfen Klauen großen
Schaden anrichten kann, sollte man nicht vergessen.
Wenn man dann tatsächlich nach Australien reist,
hat man durch den ganzen Medienrummel zuerst seine
eigenen Ängste im Zaum zu halten, sowie Verwandte
und Freunde zu beruhigen.
An Kängurus, Koalas, Wombats und die vielen wunderschönen
Papageienarten wird dann vorerst nicht mehr gedacht.
Deswegen und auch wegen der vielen Anfragen möchte
ich an dieser Stelle etwas über meine Begegnungen
mit der Tierwelt Australiens schreiben.
NEW SOUTH WALES
Meine erstes Aufeinandertreffen mit dem Kookaburra
war eher etwas einseitig, da ich ihn jeden Morgen
hörte, doch nicht sehen konnte. Darauf musste
ich noch einige Wochen warten.
Als ich etwa nach meiner ersten Woche in Rose-Bay
ein Krächzen auf dem Dach hörte, spitze
ich die Ohren etwas mehr und suchte die Quelle des
Geräusches. Neben meinem Bad wurde ich fündig,
als ich einen Rainbow Lorikeet auf dem Dachgiebel
nur einen Meter vor mir sitzen sah. Während ich
nach meiner Kamera eilte, rief ich den Kindern zu,
dass sie sich unbedingt den Papagei anschauen sollten.
Matt meinte nur abgenervt, dass sie diese ständig
sehen und ihm der Krach den die Vögel machen,
tierisch auf die Nerven geht. Nun denn, als ich mit
der Kamera wieder ins Bad stürzte, hatte der
Papagei schon das Weite gesucht.
Als ich das erste Mal zum Hafen von Rose Bay wanderte,
wurde ich freudig überrascht, denn auf dem schmalen
Sandstreifen hatte sich einige Pelikane
angesammelt. Ich habe die großen Vögel
noch nie in freier Natur gesehen und war von deren
Größe nachträglich beeindruckt.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle musste ich die Balfour
Road in Richtung New South Head Road laufen. Die Straße
ist von Bäumen gesäumt, in denen sich mit
Vorliebe Kakadus vergnügten.
Am Strand von Manly wurde ich im April
von einer Blue Bottle Qualle erwischt.
Diese Qualle wird nur in Australien und Neuseeland
"Blue Bottle" ganannt. Im Rest der Welt
kennt man sie unter den Namen "Portuguese Man
o War". Die Tentakeln haben eine Länge von
15 cm bis zu 10 Metern. Wenn man von einer gestochen
wird, sollte man die Tentakeln nicht abreiben, sondern
sie ohne Berühung mit Wasser abspülen, da
sie sonst noch mehr Gift pumpen. Nach dem Abspülen
sollte man die betroffenen Stelle unbedingt mit einen
Kühlkissen oder Eis kühlen. Eis bekommt
man meist bei den Rettungsschwimmern, wenn man denn
an einem gesicherten Strand badet und Blue Bottle
Alarm herrscht. Die Quallen sind nicht hochgiftig,
doch es kann trotzdem übel ausgehen, wenn man
komplett erwischt wird.
Mich hat das Vieh ausgerechnet beim Rausgehen an der
Innenseite des Handgelenks erwischt. Die blauen Tentakeln
hingen noch auf meiner Haut und ließen sich
nur schwer abkratzen (mein Fehler, dass ich es versucht
habe). Anfangs wurde es nur an den Stellen rot, an
denen vorher die Tentakeln klebten. Ich ging sofort
zu den Lifeguards, welche nicht anderes tun konnten,
als mir etwas Eis über die Stelle zu reiben und
rieten mir, mich gleich unter die kalte Dusche zu
stellen. Dennoch wurde das Brennen schlimmer und die
Unterseite des kompletten Unterarm schwoll um etwa
2-3 mm an. Nachdem der Arm auch noch begann zu schmerzen,
ging ich zum Haus der Lifeguards. Dort befanden sich
weitere Opfer, die wesentlich schlimmer dran waren
als ich. Einer wurde von mehreren Lifeguards unter
die Dusche gehalten und bekam anschließend Sauerstoff.
Auf seinem ganzen Rücken bis vorne zur Brust
sah man die Spuren, die die Qualle hinterlassen hat.
Scheinbar haben ihn die bis zu drei Meter langen Tentakeln
ziemlich eingewickelt. Nun ja, ich bekam weiteres
Eis und ein Lifeguard klärte mich darüber
auf, warum ich solche Schmerzen im ganzen Arm hatte.
Laut seiner Aussage ist das Gift in dem Lymphknoten
unter den Arm gewandert und hat sich dadurch im Ganzen
Arm verteilt. Super! Der Arm schmerzte bis etwas 21
Uhr am Abend weiter und die Spuren waren für
weitere vier Wochen zu sehen.
Im April fuhr in für eine "Dolphin Watch
Tour" nach Jervis Bay. Unterwegs hielten wir
an einer Emu Farm. Der Emu ist der
drittgrößte Vogel der Welt. Diese großen
Vögel sind nicht flugfähig, können
bis zur 2m hoch werden und haben ein Durchschnittsgewicht
von 36 kg. Sie haben drei Zehen und ihre langen Beine
ermöglichen den Emu's eine ungeheure Schnelligkeit.
Von dem Boot aus sahen wir in Jervis Bay auch tatsächlich
etwa sechs Bottlenose Dolphins. Der
Delfin, der mir am nächsten war, schwamm direkt
am Boot etwa einen Meter tiefer neben mir. Auf der
Rückfahrt nach Sydney sahen wir dann noch ein
paar Kängurus, welche aber zu
weit weg waren, um sie zu fotografieren. Zumindest
bezüglich der Delfine hätte ich mir die
Tour fast sparen können, denn nur wenige Tage
später wurden alle Sonnenanbeter inkl. mir am
Bondi Beach vom Besuch dreier Delfine überrascht.
Einer kam entzückender Weise bis auf etwa drei
Meter ans Ufer, sprang aus dem Wasser und vollführte
ein Drehung, bevor er wieder eintauchte. Die versammelte
Menge, die sich inzwischen am Ufer eingefunden hatte,
gab ein einheitliches "Aaaahhhh" von sich.
Gott, was habe ich die Leute auf den Surfbrettern
beneidet, die zwischen den Delfinen umhertrieben.
Obwohl ich wahrscheinlich in Panik ausgebrochen wäre,
weil der Verstand bei einer aus dem Meer hervorschießenden
Rückenflosse ja als erstes an Haie und nicht
an Delfine denkt. Im November 2004 hörte ich
in den Nachrichten, dass drei Rettungsschwimmer, die
100 Meter vor der Küste Whangarei's/Neuseeland
schwammen urplötzlich einen drei Meter langen
Weißen Hai anzogen. Eine Gruppe von Delfinen
bemerkten dies, trieben die Schwimmer näher zusammen,
umkreisten sie eng und und brachten sie innerhalb
von 40 Minuten sicher bis ans Ufer.
Im Juni sah ich in Nambucca Heads zum ersten Mal
einen Bowerbird und auch Pelikane
und einige Eastern Rosellas
bekam ich dort vors Gesicht.
In Byron Bay wurde ich durch ein kleines Rascheln
auf eine knallgrüne, etwa 50 cm lange Schlange
aufmerksam. Es könnte durchaus die ungiftige
"Green Tree Snake" gewesen sein. Von einem
Lookout in der nähe des Leuchtturms sah ich einen
Buckelwal, von dem ich aber nur die
Wasserfontäne sehen konnte.
QUEENSLAND
In Noosa machte ich einen kleine Walk am Meer entlang,
als plötzlich zwei Delfine an
mir vorbeischnellten. Ein Anblick für die Götter.
Auch einen etwa 40 cm langen Lizard
entdeckte ich durch mein gutes Gehör. Für
einen kurzen Moment dachte ich, es wäre ein große
Schlange, da nur der Kopf unter dem Laub hervorschaute
und dieser sag sehr schlangenähnlich aus. Es
war wahrscheinlich ein Blue-Tongue Lizard.
Auf Fraser Island habe ich insgesamt vier Dingoes
gesehen. Der Dingo hat eine Länge von 1.2m und
ist Australiens grösster an Land lebender Fleischfresser.
In der heutigen Zeit lebt der Dingo in den meisten
der australischen Lebensräume - von Küstengebieten
bis zu den Bergen und Wüsten - ausgenommen Tasmanien.
Weitere
Informationen: Australia's
Lost Kingdoms und Dingo
Fact Sheet, Australia Museum
In einem Packlager in Bundaberg, in dem ich im Juni
Tomaten sortierte und abwog, sah ich meine erste Huntsman
Spider. Ich konnte die Einheimischen gerade
noch davon abhalten, das arme Ding nicht zu töten.Durch
mein Rumgeblaffe erbarmten sie sich und die große,
grau behaarte Spinne wurden nach draussen gebracht.
In Airlie Beach traf ich im Hostel auf Buschhühner
und Possums. Die Possums waren wirklich
sehr süß und ließen sich von einem
anderen Hostelgast mit Nüssen füttern. Possums
gelten bei den Australiern übrigens als Pest
und dementsprechend wird es nicht gerne gesehen, wenn
man sie füttert. Während meiner Whitsunday
Segeltour wurde natürlich auch am Riff geschnorchelt
und so durfte ich die verschiedensten Arten von Fischen
und Korallen bewundern.
In Bowen sag ich meine ersten Wedged Tail
Eagles über den Feldern kreisen. Ein
königlicher Anblick. Diese Adler können
bis zu 4 kg schwer werden und erreichen eine Flügel
Spannweite von 2,5 Metern. Somit ist diese Art die
größte unter den Raubvögeln. Sie jagen
kleine Säugetiere, wie Hasen, und machen sich
auch über Aas her. Auch Nester von Green
Tree Ants sahen wir häufig. Mit einem
seidigen Sekret, welches von den Larven produziert
wird, werden Blätter für das Nest zusammengeklebt.
Dafür werden Larven zu der "Baustelle"
transportiert und dort von den Arbeiter leicht gedrückt,
damit das Sekret produziert wird und für die
Weiterverarbeitung verwendet werden kann. Diese Ameisen
stechen nicht, wie viele Verwandte, sondern beißen
und reiben auf der Bisswunde ihren Bauch, aus dem
eine Säure abgegeben wird, die Irritationen verursacht.
Nach meinem Aufenthalt in Singapur ging es nach Townsville.
Von dort aus fuhr ich für einigen Stunden nach
Magnetic Island, wo mich das Erblicken von mehreren
Yellow-tailed Black Cockatoo's und
eine neongrüne Jumping Spider aufmunterten
und ich so die Enttäuschung über die Insel
schnell vergaß.
Nachdem Andrew sich zu mir gesellte hatte, fuhren
wie nach Bowen. Dieses Mal musste ich Bekanntschaft
mit den schwarz-weißen
Magpies machen, die ihr Nest gegen mich zu
verteidigen suchten. Es ist schon beängstigend,
wenn die Vögel 2 cm am eigenen Kopf vorbeisausen.
Bei einer Magpie kann man sich ja noch einigermaßen
durchwusteln, aber wenn zwei von verschieden Seiten
auf einen zustürzen, kann das oftmals zu einer
Panikattacke des Opfers führen. Zumindest ging
es mir so.
Auch den süßen Green Tree Frog sowie Cane
Toads (Aga Kröte) sah ich beim zweiten Mal in
Bowen. Der Green Trea Frog erreicht
-je nach Geschlecht- eine Länge von 6 cm bis
zu 11 cm.
Cane Toads werden bis zu 22,5 cm groß.
Ursprünglich in Südamerika beheimatet wurden
die Kröten als biologische Schädlingsbekämpfung
auf Zuckerrohrfeldern in Australien und anderen Pazifikländern
eingeführt. Da hier die natürlichen Fressfeinde
und tödliche Parasiten nicht vorhanden sind,
weiten sie sich immer mehr zur Plage aus, die einheimsche
Tiere in Gefahr bringen. Selbst giftige Schlangen
im Daintree NP sind inzwischen nicht mehr sicher.
Gegen Feinde setzten sich die Kröten mit ihrem
giftigen Hautsekret zur Wehr, dass sie auch abspritzen
können. Beim Menschen kommt es bei direkten kontakt
zur Schleimhaut- und Hautreizungen. Auch Todesfälle
sind inzwischen bekannt. Beim Fotografieren ist also
Vorsicht geboten (wusste ich vorher nicht).
In der Nähe des Hauses einer Freundin befand
sich ein bevorzugtes Futterfeld der Leadbeaters
Cockatoo's. Diese Kakadus fallen durch ihr
rosanes Federgewand auf und fressen am Erdboden, sowie
im Baumgeäst.
Etwa zwei Wochen später fuhren wir mit dem Bus
weiter nach Cairns. Von dort aus ging es für
drei Tage zum Cape Tribulation. Bevor wir den Daintree
River überquerten hielten wir kurz für einen
Walk. Während des Walks machte uns der Tourguide
auf ein Stick Insect aufmerksam,
dass uns ohne sein scharfes Auge (er weiß ja
auch wonach er suchen musste) nie aufgefallen wäre.
Auf das Foto bin ich nichts desto Trotz sehr stolz.
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