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Great Ocean Road Tagestour 28.02.2005

Andrew und ich durften an diesem wunderschönen Montag mal wieder sehr früh aufstehen, um uns zu dem "Go West" Treffpunkt in die Stadt zu begeben. David kutschierte uns wieder zu der Straßenbahn Haltestelle, von der aus wir weiter zum Treffpunkt fuhren. Dieser schien sehr beliebt bei diversen Tourveranstaltern zu sein uns so warteten wir in kleinen Grüppchen auf unseren Tourbus. Als dieser etwas zu spät ankam und sich alle an Bord befanden, fragte der Guide, ob sich auch Australier an Bord befinden. Andrew outete sich aber erst später gegenüber einiger unserer Sitznachbarn.

Von Melbourne aus fuhren wir ueber Geelong als erstes nach Torquay und dem bekannten Bells Beach. Der Tourguide erklärte uns, dass Torquay mit seinen Stränden das wirkliche Paradies der Surfer ist uns "Surfers Paradise" dagegen ein Lacher wäre.

Bells Beach, der sich 22 km von Geelong entfernt befindet, war also somit unser erstes Ziel. Dies ist der raue Surf-Strand, der in "Gefährliche Brandung" Patrick Swayze im Film untergehen liess (obwohl ich Gerüchte über einen zweiten Teil gehört habe). AJ ließ gleich verlauten, dass im Film nicht der "echte" Bells Beach zu sehen war, sondern nur irgendein Strand nach diesem benannt wurde, um dem Film mehr Authenzität zu verleihen.

Nach 103 km und ca. eineinhalb Stunden reine Fahrt begaben wir uns endlich auf die 250 km lange "Great Ocean Road", welche quasi mit einem Verkehrskreisel beginnt. An der Strasse entlang befinden sich uebrigens weisse Marker mit Zahlen drauf, die einem die Entfernung von Melbourne anzeigen.

Nach 139 km befanden wir uns in Lorne, wo es noch mal eine kurze Toilettenpause gab und nach weiteren 30 km gab es einen kleinen Stop am Cape Patton Lookout, von dem man ein hervorragenden Blick auf die sich dahinwindenden Great Ocean Road hat.

Der nächste Halt befand sich in der Nähe eines Campingplatzes, hinter dem eine "Dirtroad" zu einem Eucalyptuswäldchen führte, in dem wir nach Koalas Ausschau hielten. Während wir ein Stück den Weg hochfuhren, erblickten wir auch schon einige der Kuscheltiere in den Bäumen. Als wir parkten und aussteigen durften, hörte man schon erste verzückte Schreie der Touris, die schon einen Koala im Visier hatten. Der Koala auf dem Foto hatte es sich nur ca. einen Meter ueber dem Boden in dem kleinen Baum bequem gemacht. Etwas entfernt saß ein weiterer sehr hoch in einem Baum, den ich natürlich mit meinem Superzoom doch noch nahe genug heranholen konnte. Der kleine Wicht hat so fleißig mit Arm und Bein gewedelt, dass ich es nicht lassen konnte und ihn ein klein wenig filmte. Nun schaut es doch tatsächlich so aus, als ob er mir in die Kamera winkt. Leider hatten wir hier nicht viel Zeit zur Verfügung.

In Apollo Bay (185 km südwestlich von Melbourne) gab es eine einstündige Mittagspause. Der kleine Ort liegt am Fuss der "Otway Ranges". Unser Tourguide bekam hier mitgeteilt, dass wir nicht per "Maits Rest Rainforest Boardwalk" durch den Otway Nationalpark wandern durften, da dieser wegen Aufräumarbeiten nach einem Sturm geschlossen wäre. Ehrlich gesagt hätte ich aber auch nicht gewusst, wie dieser noch in den Zeitplan gepasst hätte. Jedoch fuehrten uns 20 km der Weiterfahrt durch den Regenwald des Nationalparks.

Endlich kamen wir nach etlicher Zeit im Bus und 274 Kilometern bei den "12 Apostels" an, dem Wahrzeichen der Great Ocean Road. Von dem Parkplatz begaben wir uns gleich zu dem Tunnel, welcher zu dem Weg fuehrte, der uns naeher an die Apostel brachte. Es gibt verschiedene Aussichtsplattformen, die einem die Apostel aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten lassen.

Das Gefuehl, diese Giganten zu sehen war unbeschreiblich, denn sie waren weitaus beeindruckender, als ich sie mir je vorgestellt habe. Sie sind ein Teil des Port Campbell National Parks, welcher sich von Princetown bis Peterborough zieht. Vor etwa 20 Millionen Jahren begann die Natur die Apostel zu formen, indem sie Kalkstein (Limestone), welcher sich aus den Skeletten diverser Meerestiere zusammensetzt, aufbaute. Als das Meer begann zururckzuweichen, entbloesste es den Kalkstein, welcher vom suedlichen Ozean und den starken Winden herausgespuelt wurde und so Hoehlen in den Kliffen formte, die sich zu Gewoelben ausweiteten und schliesslich einstuerzten. So entstanden die bis zu 45 Meter hohen Felseninseln, die nun die "12 Apostel" genannt werden.
Am 03.07.2005 ist ein weiterer "Apostel" eingestürzt. Dieser befand sich -vom hintersten Lookout aus gesehen- auf der linken Seite. Doch wenn man sich umsieht, kann man Formationen entdecken, die vielleicht einmal zu einem neuen Apostel werden. Vielleicht dort, wo sich die gerade die Wellen in das Festland graben und nach und nach kleine Höhlen formen.

Nach etwa einer Stunde ging es drei Kilometer weiter zur Loch Ard Gorge, die nach dem Schiff benannt wurde, das am 1. Juni 1878 die Klippen von Muttonbird Island rammte und so nur wenige Tage vor Ende ihrer Reise von England nach Melbourne innerhalb von 10 Minuten sank. Die Insel liegt nahe an dem Eingang zur Gorge und diese rettete mit der nur kurzen Distanz und dem kleinen Strand zwei Passagieren das Leben. 52 weitere Passagiere und Besatzungsmitglieder verstarben bei diesem Unglueck.

Es gibt mehrere Wege mit verschieden Aussichtsplattformen, die einem die herausragende Landschaftsformationen zeigen und geniessen lassen. Haetten wir mehr Zeit gehabt, waere ich garantiert eine Runde an diesem schoen Strand schwimmen gegangen, denn es war immer noch unbeschreiblich heiss und die Gorge wirkte mehr als einladend.

Nach etwa 45 Minuten ging es weiter zur 13 km entfernten (291 km von Melbourne) London Bridge. Die London Bridge aus England gab dieser Felsformation ihren Namen. Vor einigen Jahren war es noch moeglich, auf der Bruecke umherzuwandern, bis auch der duenne Felsenstrang, der die Insel mit dem Festland verband, im Jahre 1990 nachgab und zwei Touristen dort hinterblieben, welche letztlich mit einem Hubschrauber gerettet wurden.

Bevor wir uns auf den Rueckweg machten, gab es ein letztes Mal eine 15 Minuten Pause und zurueck ging es nach Melbourne.

Interessant war, dass unserer (schon etwas aelterer) Tourguide scheinbar eine Kassette hatte, deren Musik genau auf die Tour zugeschnitten war. Da hoerten wir Lieder wie "Go West" (natuerlich war dies das erste Lied), Surfing USA (am Bells Beach), "Don't call me a koala bear" (nachdem wir die oalas hinter uns liessen) un weitere. Zwischendurch durften wir aber auch "entspannende Musik hoeren, die mir nicht durchgehend gefiel.

Jedem der ein eigenes Auto besitzt, wuerde ich empfehlen sich 2-3 Tage fuer die Great Ocean Road Zeit zu nehmen. Unsere Tagestour war eine Notloesung, da wir erstens nicht das Geld und zweitens nicht die Zeit (AJ arbeitet ja immerhin) fuer ein Mehr-Tagestour hatten und der gestohlene Fuehrerschein das Mieten eines Autos verhinderte.

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